Samstag, 28. Januar 2017

Knitting my way to New York - oder auch nicht


Der Entschluss, nach New York zu fliegen, kam sehr spontan für mich. Ich hatte gerade Zeit und die Flüge waren günstig. Tatsächlich hatte ich nach der Buchung immerhin acht Tage, um mich darauf vorzubereiten. -Ja, es war ganz schön knapp mit Reisepass und Besuchervisum :D
Da dies mein erster Transatlantischer Flug sein würde, wusste ich nicht so genau, was auf mich zukommt, und dachte nur "Sooo viel Zeit! Ich kann doch nicht die ganze Zeit Filme gucken, viel besser wäre doch... stricken!"
Ja, stricken wollte ich. Da ich sonst nie die Geduld habe, wirklich etwas größeres, als einen Schal zu stricken, war es doch eine optimale Aussicht, im Flugzeug entspannt dieser Tätigkeit nachzugehen und dabei Hörbücher und Musik zu lauschen. -Und am Ende würde man vielleicht so viel erkennen können, dass es mich motivieren würde, weiterzumachen!


Ich besorgte mir also Wolle für direkt mehrere Projekte: Stulpen, nochmal Stulpen und ein Dreieckstuch, in das ich mich bereits im August verliebt hatte... (Rheinlust von der Designerin Melanie Berg. Ich hatte es bei Frau Foerdefaden gesehen und mir eingebildet, dass ich es mit ganz viel Fleiß und Ausdauer bestimmt auch hinbekommen könnte, weil es ein wenig nach "kleinen Häppchen" aussah, die aneinandergereiht wurden. -Nicht ganz, sollte sich später herausstellen, aber dazu dann später.)

Als ich die Anleitung zum Dreieckstuch durchlas, um festzustellen, ob ich etwas nicht verstehe, war mir nicht klar, ob ich irgendwas richtig verstand, aber um das genau herauszufinden hatte ich ja schließlich dann Zeit, wenn ich soweit war, anzufangen.... Ich las was von Maschenmarkierern und rief mir die bunten Dinger ins Gedächtnis, die beim Einräumen ins Warenregal immer mal wieder durch die Löcher für die Aufhängung zu flutschen drohten (Eindeutiges Verpackungsfail!). Gekauft hatte ich sie natürlich nie. Aber ich hatte Sicherheitsnadeln, die würden doch sicher auch gehen.
Eigentlich eher belustigt, ging mir durch den Kopf, dass Sicherheitsnadeln eventuell Objekte sein könnten, die in der Flufhafensicherheitskontrolle konfisziert werden. Also fing ich an zu googlen und statt eines Sicherheitsnadel-Verbots stieß ich plötzlich darauf, dass KLM explizit darauf hinweist, dass Strick- und Häkelnadeln unerlaubt sind im Handgepäck! :-o

In diversen Foren wurden zwar diskutiert, ob man im Flieger stricken darf oder nicht, und man meinte, Bambus sei sicher, während Metall nicht ginge, aber eindeutige Ergebnisse gab es nicht. Letzten Endes stand es ja auf der Seite der Fluggesellschaft, mit der ich reisen würde. Was, wenn ich in Hamburg keine Probleme hätte und man beim Umsteigen in Amsterdam aber ganz anderer Ansicht war?

Fun Fact:
Diese Recherche fand an dem Abend vor meiner Abreise statt.

Toll, dass ich so viel teure Wolle besorgt hatte! Aber wie auch bei Stoffen gilt ja bei Wolle: Haben schadet ja nicht.

Schwer verunsichert, ob man meine Nadeln bei der Sicherheitskontrolle mit tadelndem Blick aus der Tasche ziehen würde, um sie dann arglos zu zerbrechen und in einen Müllcontainer schmeißen würde, fragte ich beim Koffer einchecken einfach mal beim Personal. Dieses zuckte mit den Schulten und meinte, der Strickkram würde schon kein Problem geben. In dem Moment fand ich das super, und packte mein gefährliches Handarbeitsmaterial wieder ins Handgepäck. -Und kam ohne Probleme durch die Sicherheitskontrolle!
Aber was soll ich sagen... Im Flieger traute ich mich dann eben doch nicht, alles herauszuziehen. Es war auch so eng und unbequem. Und sooo lang war der Flug auch gar nicht. Der Rückflug war dann ein Nachtflug, also richteten sich meine Pläne darauf, zu schlafen, und die Nadeln blieben folglich im Hauptkoffer.



In New York verließ mich das Strickthema aber nicht. Eher zufällig kam ich in Brooklyn nahe des Brooklyn Bridge Parks an einem Wollladen vorbei: Woolyn.
Es gab wunderschöne Wolle in ganz tollen Qualitäten, aber die Preise waren entsprechend!


Ich hatte mir drei weitere Handarbeits-Läden herausgesucht: einen im südlichen und einen im nördlichen Brooklyn und einen in Manhatten. Über den Laden in Süd-Brooklyn lässt sich nicht viel sagen. Die Gegend war unspektakulär und der Laden war es -für mich zumindest- auch.

Purl Soho in Manhatten war ein Traum! Dort gibt es nicht nur Wolle, sondern auch wunderschöne Stoffe. Wenige und teure, auch eher so für Patchworker, aber es fiel mir schwer, keine Stoffe mitzunehmen. Stattdessen nahm ich rosa Wolle mit. Meine Rheinlust sollte rosa werden, und die Wolle, die ich in Hamburg gefunden hatte, war ehrlich gesagt nicht annähernd so passend zu meiner Vision, wie die Wolle von Purl Soho (zu sehen auf dem ersten Bild dieses Beitrags).





Mit überzeugender Wolle im Täschchen und einem nach Pause schreienden Körper, wollte ich an einem Abend dann tatsächlich anfangen, zu stricken. Mir schien allerdings, dass die Wolle ein wenig dünner war, als in der Anleitung empfohlen. Also machte ich zum ersten Mal in meinem Leben eine *Strickprobe*!
Total unpraktisch, wenn man nicht einmal ein Lineal im Gepäck hat, um zu prüfen, wie viele Maschen man auf 5cm gestrickt hat.... Aber es war schon eindeutig erkennbar, dass ich eine größere Nadelgröße brauchen würde, um auf die Vorgaben zu kommen.
Laden drei, Brooklyn Craft Company an der Greenpoint Av, musste also definitiv noch abgeklappert werden, um Nadeln zu besorgen. Der Shop ist Anlaufstelle für diverse DIY-Projekte und Geschenkartikel, mit gemütlichem Workshop-Bereich. -Das Workshop-Programm ist übrigens ganz spannend/inspirierend (Gibt's sowas auch in Hamburg??)! Nadeltechnisch wurde ich dort jedenfalls fündig und konnte schließlich mit meiner zweiten Strickprobe weitermachen. Für den Beginn meiner Rheinlust fand ich in New York dann aber keine Zeit mehr....

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