Montag, 12. September 2016

Kork ist das neue Leder?


Seit einer Weile ist Kork ja im Kommen! Es gibt Bücher darüber und ich glaube, jeder Näh-Hipster hat es schon ausprobiert oder wenigstens youtube-videos dazu angeschaut ;) Als Alles für Selbermacher ihre Filiale in Harburg eröffnet hat, habe ich mir zwei schöne Stücke Kork mitgenommen. Ich war noch nicht sicher, wofür ich sie benutzen würde, aber das macht ja beim Shopping bekanntlich nichts!


Ergänzend zu meinem Abendkleid für die Hochzeit fand ich, könnte ruhig eine neue Tasche her. Hier war also nun der passende Einsatz gekommen. Gepasst hätten beide Farben, aber ich dachte, das petrol wäre sicher schmutzunempfindlicher, so auf Dauer gesehen. Und farblich hat es ja doch ein bisschen besser harmoniert!

Als Schnittvorlage diente mir die gute alte The-Bridge-Handtasche meiner Mama. Minimal größer sollte sie sein, damit Portemonnaie und so der nötige Kram reinpassen. Früher war man ja scheinbar minimalistischer... Dabei war die Tasche früher immer prall gefüllt, sodass ich mich jetzt frage, wenn ich sie befülle, wie die eigentlich damals noch zuging. Bei mir passt nicht alles rein! Hm...




Zurück zur neuen Tasche.





Kork lässt sich gut vernähen! Es hat eine sehr glatte Oberfläche, die so gar nicht klebt und stockt. Das kann ja bei so manchem Lederimitat ganz schön stören. Es ist auch schön dünn und somit auch gefällig unter der Nähmaschine. Eine Ledernadel habe ich trotzdem verwendet. Man muss ja nicht aus Prinzip Nadeln zerstören, nur weil man testen will, wie gut sie mit "anderem" Material klar kommt. Richtiges Werkzeug = keine Unfälle.




Interessant fand ich, dass der Kork nicht wahnsinnig empfindlich gegenüber Nadeln ist. Löcher von "Ausrutscher-Stichen", wie man sie bei Kunstleder kennt, sind nur ganz minimal erkennbar. Kann natürlich sein, dass es in diesem Fall auch an der Sprenkel-Optik liegt.



Habe ich erwähnt, dass das Material super leicht ist? Wesentlich leichter, als Leder und Kunstleder. Fast irritiert einen dies, wenn man die Tasche mit sich trägt. Man muss sich vergewissern, dass sie noch da ist, und man bangt ein wenig, ob sie denn halten wird. Aber erfahrene Korknäher berichten von einer besonderen Langlebigkeit. Warum sollten sie lügen? (Korkmafia?)
Ach ja, die Reste meines Korkstücks reichten noch für ein Handy-Täschchen:





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